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FT Offene Arbeit 26.03.2019 Jena

Dokumentation Fachtag Offene Arbeit

Zum Thema „Offene Arbeit in der Kita und die Rolle der Fachkräfte“ veranstaltete das Institut 3L am 26.3.2019 im Tagungshotel der TSA gGmbH in Jena eine Fachtagung. Auf dem Weg in die Offene Arbeit sind die Pädagog*innen mit der massivsten Umstellung ihrer Arbeit konfrontiert. Die neue Perspektive führt dazu, dass sich ihr pädagogischer Alltag verändert und die berufliche Identität massiv erschüttert wird. Die Öffnung für die Themen und Anliegen der Kinder erfordert ein Umdenken, welches besonders in Bezug auf pädagogische Grundhaltungen und Vorstellungen des gemeinsamen Zusammenlebens neue Perspektiven auf die Arbeit in der Kita eröffnet.

Frau Prof. Dr. Barbara Wolf gab am Vormittag mit ihrem Referat „Pädagogische Fachkräfte in der offenen Arbeit – nur noch bessere Aufsicht der Kinder?“ Impulse für eine anschließende Diskussion. Besonders ging sie auf die veränderten Rollenanforderungen an pädagogische Fachkräfte ein, die ein „neues Bild vom Kind“ erfordern.  Die Power-Point-Präsentation des Referates finden Sie hier.

In Workshops am Nachmittag wurde die Arbeit der Fachkräfte aus vier verschiedenen Blickwinkeln diskutiert. Frau Kerstin Reitzig, Fortbildnerin und Fachberaterin, arbeitete zum Thema „Wie lernen Kinder?“ mit den Teilnehmer*innen erfahrungsbezogen. Förderende bzw. hemmende Lernfaktoren wurden dabei herausgefiltert, Nährstoffe für nachhaltiges Lernen diskutiert und auf das aktuelle Arbeitsfeld exemplarisch übertragen. Kinder lernen, weil es ihnen Spaß macht, weil sie Lust haben etwas herauszufinden und sich die Welt anzueignen. Will man Kinder dabei unterstützen, all ihre Kräfte zu entfalten, ist es Erfolg versprechend, die Herausforderungen des Alltags als komplexes Bildungsangebot zu begreifen und gemeinsam mit den Kindern ihre Themen zu bearbeiten.

„Beobachtung als Grundlage pädagogischer Prozesse“ war das Thema eines zweiten Workshops, in welchem Jana Juhran, Fortbildnerin, mit den Teilnehmer*innen ins Gespräch kam. Deutlich wurde, dass eine Veränderung der Haltung und Rollenvorstellung der Fachkräfte dazu führt, dass die Beobachtung nicht „noch dazu gemacht werden muss“ sondern die Grundlage für die kindzentrierte Begleitung von Bildungsprozessen darstellt. Durch eine professionelle, gezielte  Beobachtung werden Themen der Kinder deutlich und können so unterstützt werden.

 Zum Thema  „Beteiligungsstrukturen in der Kita entwickeln“ arbeitete Andrea Stüber, Kita-Leiterin, in einem dritten Workshop. Die Grundlage legt das Bundeskinderschutzgesetz mit der Formulierung: „Kinder, die sich selbstbewusst für ihre Rechte und Bedürfnisse einsetzen, sich wertgeschätzt und selbstwirksam fühlen, sind besser vor Gefährdungen geschützt.“ Partizipation bedeutet: Pädagogische Fachkräfte geben MACHT an die Kinder ab. Sie geben nie die VERANTWORTUNG ab.

Frau Maria Mewes, Fortbildnerin, arbeitete zur „Gestaltung der Lernumgebung“ mit den Gästen der Tagung. Besonders die Beteiligung der Kinder bei der Raumgestaltung, welche auch immer mit einer Flexibilität und Machtabgabe durch die Fachkräfte  verbunden ist, stand im Mittelpunkt der Diskussionen. Die Gestaltung der Lernumgebung sollte durch Wertschätzung der Anliegen der Kinder geprägt sein, das Wohlbefinden der Kinder, aber auch der Pädagog*innen, sollten handlungsleitendes Anliegen sein.

Die Präsentation der Referentin Frau Prof. Dr. Barbara Wolf finden Sie hier.