Sie befinden sich hier:
| Institut 3L | Dokumentationen | FT Einsiedel 07.-08.06.18

Pädagogische Fachtagung „Spielwelten? – Lernräume!“Thema: „Bewegung!!!“

Anfang Juni war es wieder so weit: das Institut 3L lud pädagogische Fachkräfte zum siebenten Mal auf die wunderbare Kulturinsel Einsiedel ein. Das Thema „Bewegung“ wurde von der ersten Minute an ernst genommen: empfangen von Geistern der Insel wurden die Teilnehmer*innen eingeladen, mit dem Esel zu schaukeln, gigantische Holzeier zu rollen und dann mit dem Einsiedel-Express zum Krönum zu fahren.

Wieder haben sich hochmotivierte und gut gelaunte Referent*innen eingefunden: der Kunsttherapeut Sebastian Lachnitt, die Musikerin Birgit Nitschke,  die Motologin Stefanie Reddmann und der Musiker und Künstler Melvin Haak.

In einem Intro (siehe ppt) führte Jana Juhran, Leiterin des Institut 3L, in das Thema ein. „Bewegung“ wird schnell mit „Sport“ assoziiert, viele verbinden das Thema mit Leistung oder Quälerei. Für Pädagog*innen ist es jedoch wichtig, mit dem Thema ganzheitlich umzugehen. Leben ist immer Bewegung. Nicht abgegrenzte „Einheiten der Bewegung“ sollten das Anliegen der Gestaltung von Lebenswelten für Kinder sein, sondern integrierter Bestandteil. Ein Blick auf das veränderte Aufwachsen von Kindern im 21. Jahrhundert ist hier wichtig. Die Spiel- und Streifräume von Kindern in den Industrieländern sind in den letzten Jahrzehnten um bis zu 70 % geschrumpft. Der Begriff der „Verinselung von Kindheit“ beinhaltet, dass Kinder von Ort zu Ort (Kinderzimmer, Kita, Sportverein, Freunde) transportiert werden und so auf die Erwachsenen angewiesen sind. Diese entscheiden selbstverständlich auch, welche „Inseln“ sie für Kinder als wertvoll erachten.

Oft spiel hier auch der Transport im Auto eine große Rolle.

Es sollte pädagogischen Fachkräften darum gehen, alltagsintegriert Bewegungsanreize zu schaffen. Treppen und Gänge als Möglichkeiten der körperlichen Herausforderung, auch schon für die ganz Kleinen, zu erkennen, gehört hier beispielsweise dazu.

Auf der Kulturinsel wird diese Idee Wirklichkeit: um zu attraktiven Orten zu gelangen, muss man sich in Bewegung setzten – das haben die Teilnehmer*innen sicher am eigenen Leib gespürt, wenn sie von einem Ende der Insel zum anderen wollten.

Nach der Einführung luden die Referent*innen zu ihren Workshops. Am Donnerstag konnte man sich mit Kindertänzen aus aller Welt beschäftigen, bewegte Spielideen selbst entwickeln, sich grafisch mit Linien und Bewegungen auseinander setzen oder sich mit Melvin beim Geländespiel verausgaben.

Der Donnerstagabend endete am Feuer – wie immer mit Gesang und vielen Gesprächen.

 Das Atemfrühstück am Donnerstag wurde von Stefanie angeleitet – die Teilnehmer*innen kamen so entspannt in den Morgen. Dann konnten und mussten sie sich wieder entscheiden: „STOMP!“, gestaltende/r Künstler*in sein, Austoben beim Geländespiel oder Yoga, Entspannung und Bewusstseinsübungen im Wald.

Entspannte, inspirierte und lachende Teilnehmer*innen wurden zum Abschluss mit „Tanz, Banana!!!“ wieder von der Insel entlassen. Wir hoffen auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr und wünschen viel Spaß beim Umsetzen der einen oder anderen Idee, die mitgenommen wurde.